Für Gunter Ullrich zum 85. Geburtstag
Zitate aus der Laudatio von Prof. Gerlinger

 

 

Seit 1952, fast also 60 Jahre, lebt Gunter Ullrich in Aschaffenburg, das er in vielfältiger Weise geprägt hat.

Eine ganz wichtige Motivgruppe im Werk von Gunter Ullrich sind die sogenannten „Stuhlbilder“. Mittels dieser Darstellungen interpretiert der Künstler intellektuelle, sehr geistreiche zwischenmenschliche Beziehungen und Verbindungen, ohne überhaupt eine Person, einen Akteur darzustellen.

Es ist eine ganz einmalige Sonderleistung des Künstlers, es gibt nach meiner Kenntnis im europäischen, ja internationalen Kunstschaffen nicht Vergleichbares.

Im Zusammenhang mit dem Attribut „eindrucksvoll“ müssen die zahlreichen Porträtdarstellungen Gunter Ullrichs erwähnt werden.

Allen Porträts ist gemeinsam, dass sie über die äußere Abbildhaftigkeit hinausgehen. Gunter Ullrich gibt stets das „wahre“ Bild des oder der Dargestellten wider, also sein Wesen, seine Persönlichkeit .

Der Künstler hat gerade auf dem Gebiet der Druckgraphik neben Holzschnitten, Linolschnitten, Lithographien und Radierungen eine ganze Reihe von eigenständigen Entwicklungen erprobt und mit großem Erfolg eingesetzt.

Zu betonen ist, dass Gunter Ullrich alle graphischen Bilder selbst auf der eigenen Druckpresse druckt, sein druckgraphisches Werk also nur aus Eigendruck besteht.

Die bewundernswerte Geschlossenheit seines Gesamtwerkes ist weder ohne die Malerei, noch ohne die Graphik denkbar, denn die eine Technik bedingt und fördert andere.

In Gunter Ullrichs Werk ist nachvollziehbar, was Ernst Ludwig Kirchner meint, wenn er feststellt: „ Wichtig ist dass man begreift, dass ein Künstler gestaltet und nicht darstellt. Das ist ein großer Unterschied. Gestalten ist freie geistige Tätigkeit. "