Auszug aus dem Lebenslauf:
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Schon in jungen Jahren gilt Ullrichs Interesse der fränkischen Landschaft mit ihren verschiedenen Stimmungen.
Seit 1953 unternimmt der Künstler Studienreisen nach Italien, Spanien und die Provence. Dort entstehen angeregt durch die südliche Landschaft viele stimmungsvolle Aquarelle. Ullrich ist stets mit Papier und Zeichenstift unterwegs. In das Skizzenbuch oder auf lose Blätter wird alles Gesehene auf Fahrten oder Wanderungen skizziert, vor der Natur gezeichnet, das Wesentliche erfasst und später im Atelier künstlerisch weiter verarbeitet. Ullrich skizziert bei Auto- und Bahnfahrten, am Bildschirm, im Theater, im Zirkuszelt, bei Konferenzen und verschiedenen Veranstaltungen. Natürlich erwischt es auch Lehrerkollegen und Schüler oder Kunstbeflissene (De Artibus).
In den Jahren 1954 – 1969 entstehen Farbholz- und Farblinolschnitte. Mit diesen Ausdrucksmitteln gelingt ihm die Überwindung der Kriegserlebnisse und Ängste seiner Zeit – die Zerstörung seiner Geburtstadt Würzburg, Flucht und Vertreibung, Kriegsgefangenschaft. Entwürfe zur Gestaltung von Schmuck und Medaillen entspringen dem reichen Phantasieschatz Ullrichs. Neues wagen und anpacken gelingt durchweg, weil das Bild, die Darstellungsform „im Kopf schon da ist“, wie der Künstler selbst erklärt.
Ab 1969 beschäftigt sich Ullrich im Atelier immer mehr mit Aquatinta und Farbradierungen, die Technik mit farbigen Lasurtönen zu arbeiten wird verfeinert. Damit gelingt es dem Künstler, Landschaften in ihrem farblichen Stimmungsgehalt drucktechnisch darzustellen (Serie „Fränkische Landschaften“).
Um 1985 wird in der Druckgraphik deutlich, wie Industrie und Technik in unseren Lebensraum eingreifen, wie die Zerstörung der bäuerlich gewachsenen Landschaft Schritt für Schritt um sich greift. Der Künstler ist nicht technikfeindlich, er klagt nicht an, die Zeitdokumente sollen aufmerksam machen. Der Künstler und seine Stuhlbilder.
Er schneidet in Linol und druckt Farbvarianten auf seiner Handpresse im Atelier. Diese Arbeit erfordert viel Erfahrung und Konzentration. Ullrich sagt selbst zu seinen ungewöhnlichen Werken: „Der Betrachter muss die künstlerische Symbolsprache lesen können. Erst über das Verstehen kommt er zum Nachdenken, zur Meditation, auf die diese Stuhlbilder abzielen“.
Ab dem Jahr 2000 entwickelt Ullrich für Porträtdarstellungen im Holz- und Linolschnitt eine Lasurtechnik, die ihm neue Möglichkeiten eröffnet: Auf dunklem Grund wird die Farbe lasierend gedruckt, so dass ein geheimnisvolles „Optisches Grau“ entsteht, durch das der Untergrund durchschimmert. Deshalb können die Linien negativ geschnitten werden und erlauben eine größere Differenzierung im Bildausdruck.
Ullrich ist experimentierfreudig auf der Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten, aber immer bestrebt höchsten Ansprüchen zu genügen. Sein Credo: „Beherrschung der Techniken, Phantasie und handwerkliches Können sind Voraussetzung für meine Arbeit. Aber erst wenn ich hinter die Dinge zu schauen vermag, erreiche ich eine künstlerische Aussage“. Mit bewundernswerter Schaffensfreude, geistiger Frische, einer Fülle von Ideen, mit menschlicher Wärme und Respekt im Umgang auch mit anderen Kunstschaffenden erkundet der sympathische Künstler immer wieder neue Wege der künstlerischen Gestaltung.
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